946
Ersterwähnung und Bistumsgründung im slawischen Missionsgebiet.
Seit mehr als 1.000 Jahren prägt der Dom St. Marien die Geschichte Havelbergs und der Region. Als ehemaliger Bischofssitz und Wahrzeichen der Hansestadt verbindet er Glauben, Kultur und Geschichte.
Ersterwähnung und Bistumsgründung im slawischen Missionsgebiet.
Der Dom aus gelbrauem Quarzit wurde ab 1150 als dreischiffige romanische Basilika mit flacher Holzdecke errichtet. Der monumentale Westriegel beeindruckt bis heute. Geweiht wurde der Havelberger Dom am 16. August 1170. Vorausgegangen waren die Gründung des Bistums Havelberg durch König Otto I. im Jahr 946, die Zerstörung des frühen Bischofssitzes im Slawenaufstand von 983 sowie der Neubeginn des kirchlichen Lebens nach dem Wendenkreuzzug ab 1147.
Der Ostflügel der Klosteranlage entstand als einer der ältesten romanischen Backsteinbauten Norddeutschlands. Schon seit 1150 befand sich hier ein Prämonstratenser-Domstift. Um 1200 entstanden Sakristei, Kapitelsaal und Schlafräume der Chorherren.
Nach einem Brand wurde die Basilika bis 1385 umgebaut. Der Dom erhielt ein gotisches Kreuzrippengewölbe, hohe Fenster und einen neuen Chorabschluss. Triumphkreuzgruppe, Chorgestühl und Figurenleuchter gehören zur Ausstattung um 1300.
Bischof Johannes Wöpelitz veranlasste ab 1396 den Einbau von farbigen Glasmalereien und eines kunstvollen Lettners mit seitlichen Chorschranken. Die 20 Sandsteinreliefs zeigen Szenen aus dem Leidensweg Christi. Mit der Weihe des Lettners im Jahr 1411 wurde auch die Grabtumba des Bischofs errichtet.
Mit der Aufhebung des Prämonstratenserstifts 1506 begann der Wandel des Domstifts. Ab 1561 hielt die Reformation Einzug in den Havelberger Dom und wurde 1581 mit neuen evangelischen Statuten endgültig abgeschlossen.
Der Orgelbauer Gottlieb Scholtze schuf die bis heute erhaltene barocke Domorgel. Ihr Klang prägte und prägt Gottesdienste und Konzerte im Dom. Sie zählt zu den bedeutenden historischen Orgeln der Region.
Das evangelische Domstift wurde aufgelöst und die Stiftsgüter verstaatlicht. Der Dom wurde evangelische Pfarrkirche. Der preußische Staat war seitdem für den baulichen Erhalt zuständig.
Das Prignitz-Museum erhielt seinen Sitz in den Gebäuden der Klosteranlage. Bis heute zeigt es Ausstellungen zur Regional-, Stadt- und Domgeschichte.
Der Westriegel des Doms wurde erweitert und erhielt ein zusätzliches Glockengeschoss. Der Turm misst heute rund 50 Meter.
Die Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt ist für den baulichen Erhalt des Domes und der Klosteranlage verantwortlich.
Der Dom gehört heute zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und wird von der evangelischen Gemeinde genutzt. Gottesdienste, Konzerte, Führungen und das Domweihfest prägen das Leben im Dombezirk.