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Liebe Gemeindeglieder,

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. … Denn uns ist eine Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“

So verkündet es der Prophet Jesaja (Kap. 9, Vers 1 u. 5) im Alten Testament. Am Heiligabend greifen wir dieses Wort immer wieder auf und lesen es mit Blick auf Jesus Christus, der von sich sagte (Joh. 8,12): „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Wer nimmt uns diese alten Worte noch ab? Sind es die Menschen, die wir einladen in unsere hell erleuchten Weihnachtskirchen, die dann zurückkehren in ihre hellerleuchteten Weihnachtsstuben, an die vollgedeckten Weihnachtstische? Ja, auch unter ihnen finden wir Menschen, die eine große Sehnsucht haben nach dem Licht, das Gott verkünden ließ und mit dem Kind in der Krippe unter die Menschen brachte. Denn auch unter uns finden wir Menschen, die sich nicht mehr blenden lassen von der Flut der Reklamelichter und den glänzenden Gestalten, den großen Blendern in Politik, Wirtschaft und Banken(un)wesen. Unter ihnen sind Suchende und solche, die schon längst gefunden haben, schon auf dem Wege der Nachfolge sind, und doch immer wieder voller Fragen. Sie suchen nach Antworten, nach Erleuchtung. Wir suchen nach Antworten, nach Erleuchtung! Mir ist das Licht Gottes in Christus begegnet, und doch werde ich mein Leben lang ein Suchender und Fragender bleiben. Das macht für mich das Wesen der Nachfolge aus, dass wir dem Lichtschein Jesu, dem Lichtschein seines Wortes, dem Lichtschein seiner Liebe folgen und uns anstecken lassen von seinem Licht, von seinem Geist, von seiner Liebe. Wenn ich nun aber stolz feststellen kann, dass ich in meiner kleinen Welt selbst eine Lichtgestalt bin, den Leuten zeigen kann, dass ich Verstand und etwas drauf habe, dass ich mich durchsetzen kann; muss ich mich dann nicht fragen, ob ich noch nah genug dran bin am Licht Gottes?! Dennoch sagt Jesus (Mt. 5,16): „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten …“ Wie er das meint, erfahren wir, wenn wir uns die ganze Bergpredigt (Mt. 5-7) einmal intensiver anschauen. Es kann nur zum Guten sein, darin öfter zu lesen! So erfahren wir, dass es nicht darum geht, die vermeintlich kleineren Lichter neben mir zu überblenden, sondern es geht darum, auf das große Licht Gottes hinzuweisen, wie es schon der Prophet Jesaja tat. So sagt Jesus: „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Wie viele Menschen gibt es in unserer Nähe, die noch nichts vernommen haben von dem Licht Gottes in unserer Welt, die selbst am Heiligabend nicht den Weg in eine Kirche finden, denen noch nie jemand gesagt hat: „Auch für dich ist Jesus geboren!“ Darum: „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Ein gesegnetes Christfest und Gottes Geleit im neuen Jahr wünscht Ihnen

Ihr Pfr. Thomas Krispin

 
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