Home
Evangelische Kirchengemeinde Havelberg
Home
Dom und Kirchen
Domfest
Gottesdienste
Gemeindebriefe
Kontakt
Gästebuch
Impressum
Kirchenbücher
Friedhofsgebühren
Links
Heimatverein Havelberg
Dommusik
Stadt Havelberg
Weitere Links
Öffnungszeiten Dom

Täglich von
9 bis 19 Uhr 
Eingang über den Paradiessaal

mehr

 


Pfingstandacht PDF Drucken E-Mail

Liebe Gemeindeglieder,
am 31. Mai und am Montag darauf feiern wir Geburtstag, den Geburtstag der Kirche. 50 Tage nach Ostern, am ersten Pfingstfest, hat der Heilige Geist den immer noch verängstigten Jüngern alle Angst aus den Knochen geblasen. Sie gingen hinaus auf die Straßen und erzählten den Menschen von dem, was sie mit Jesus wunderbares erlebt hatten, und von dem viel größeren Wunder, dass er ihnen als der Auferstandene begegnete. Viele Menschen kamen zum Glauben. Die Kirche war geboren. Als sie dann vor den Hohen Rat zitiert wurden und ein Redeverbot auferlegt bekamen, bekräftigten Petrus und Johannes: „Wir können´s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben“ (Apostelgeschichte 4,20 – Losung für den Mai 2009). Mit dem Reden über den eigenen Glauben, über eigene Glaubenserfahrungen beginnt das Kirche-Sein, beginnt Kirche zu wachsen.

Der Grundstein dafür wurde Weihnachten gelegt, im Stall von Betlehem. Die Saat, die Pfingsten aufging, wurde durch das Wort Jesu gelegt und durch seine Versöhnungstat beglaubigt. „Es gibt nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind ...“, sagt Paulus (Römer 8,1). Vergebung von Schuld, ein neuer Anfang, Freiheit – Heil und Leben sind mit dem Feuer von Pfingsten zu uns kommen. Jesus hat sie mit seinem Kommen zu Weihnachten, mit seinem Tod am Karfreitag und mit seiner Auferstehung zu Ostern für uns erworben. Und er will, dass sie uns gehören.
Doch das ist noch nicht alles: Das Geschenk „Heil und Leben“ gilt nicht nur für die Gegenwart. Es bleibt auch für die Zukunft. Und wirkt hinein bis in den Bereich, der uns allen mit bedrängender Macht auf den Leib rückt: der Tod. Er begegnet uns auf vielfältige und oft heimtückische Weise: als Krieg und Grausamkeit, mit denen Gegensätze zwischen Völkern, politischen und religiösen Richtungen, Gruppen, aber auch einzelnen Menschen ausgetragen werden. Als Hass und geistlose Gewalt, die alle anderen Argumente unmöglich machen. Als Ausweglosigkeit, die Menschen zu Entscheidungen verleitet, die sie später bereuen. Als maßlose Selbstüberschätzung, mit der Menschen meinen, alles tun zu dürfen, was sie wollen und können. Als Respektlosigkeit gegenüber anderem Leben. Als Gleichgültigkeit. Als mangelnde Dankbarkeit. Als Einsamkeit, die wir in unserer Gesellschaft mit „Individualisierung“ umschreiben. Als beklemmende Angst vor dem Alltag. Als Resignation gegenüber dem Sterben: „Jetzt ist alles aus!“ „Wenn Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen“ (Römer 8,10). Der Tod in jeglicher Gestalt ist immer noch eine nicht wegzudiskutierende, bedrückende Erfahrung. Und doch hat er nicht mehr das letzte Wort. Jesus hat dem Tod etwas entgegenzuhalten: Ostern. Seitdem hat der Tod seine bedrohende Endgültigkeit verloren. Die vom Geist Jesu durchweht werden, die, in denen Jesus selbst geboren ist und lebt, für die ist Leben das Ziel: „Der, der Christus von den Toten auferweckt hat, wird auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt“ (Römer 8,11). Welchen Trost könnten wir Sterbenden sagen? Welchen Ausblick könnten wir an den Gräbern predigen? Welche Hoffnung sollte uns immer wieder den Alltag bestehen helfen – wenn nicht diese vom Leben, das bleibt? Heil und Leben sind die Gaben, die zu Pfingsten an die Einzelnen ausgeteilt werden. Und doch sind sie nicht dazu da, dass wir sie in uns verschließen wie in einem Tresor. Es ginge ihnen wie einem Stern, der eingeschlossen ist. Er kann seine Leuchtkraft nicht entfalten. Heil und Leben bleiben dadurch lebendig, dass sie in Bewegung bleiben, nicht nur in uns, sondern auch zwischen uns und anderen. Als hätte der Stern von Bethlehem sich in viele Sterne geteilt. Jeder von uns hat seinen Lichtstrahl bekommen, damit er in unserem Leben auf eigene Weise leuchtet. Zugleich ist diese Gabe auch das, was uns als Gemeinde verbindet – dass wir alle von derselben Lichtquelle leben; dass es derselbe Geist ist, der uns durchweht; dass es derselbe Jesus Christus ist, der in uns wohnt. Und je deutlicher und herzlicher wir als Gemeinde das verkörpern und zeigen, desto heller und klarer leuchten Heil und Leben auch für andere auf, zieht es sie an, besteht die Chance, dass sie „angesteckt“ werden. Und in dem Falle ist „Ansteckung“ ausdrücklich erwünscht! Sie ist ein Zeichen dafür, dass Pfingsten auch heute geschieht. Wir können´s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Gottes Geist möge auch uns immer wieder sprachfähig machen. Zuvor aber müssen wir Hörende sein. Eine gesegnete Frühlingszeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Thomas Krispin

 
< zurück   weiter >

Aktuelle Termine
Keine Termine
Termine
« < Juli 2010 > »
So Mo Di Mi Do Fr Sa
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
« < August 2010 > »
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4