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Havelberger Volkstimme zum Domfest 2006
Sechstes Domfest lockte viele Besucher an
Havelberger machten Zeitreise ins Mittelalter
Auf Zeitreise zurück ins Mittelalter gingen die Havelberger am Sonnabend. Rund um den Dom sah man Gaukler und Minnesänger, Marktfrauen und Burgherren, Schmied und Steinmetz.
Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Havelberg. So muss es vor ein paar hundert Jahren hoch oben über der Stadt Havelberg rund um den Dom ausgesehen haben: Handwerker gingen geschäftig ihrer Arbeit nach, über dem Feuer schmorte ein Schwein, das Volke schlürfte Wein, erfreute sich an Gesang und tanzte ausgelassen. So auch beim sechsten Domfest, zu dem die Kirchengemeinden, das Prignitz-Museum, die Stadt Havelberg und die Stadtwerke eingeladen hatten. Die Mühe, die sich das große Organisationsteam gab, wurde mit Sonnenschein und vielen Besuchern belohnt, die sich gern ins Mittelalter zurückversetzen ließen. Bürgermeister Bernd Poloski und Dompfarrer Thomas Krispin dankten den vielen Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Inzwischen hat sich ein eingespieltes Team zusammengefunden, so dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt werden kann, jeder ist gern bereit, mitzumachen. Es sind vor allem auch Ehrenamtliche, die mit großem Engagement bei der Vorbereitung halfen. Und auch die Havelberger Handwerker waren bereit, sich auf dem Domplatz zu präsentieren und zu zeigen, wie vor vielen Jahren Steine geformt, Eisen geschmiedet, Holz geschnitzt, Mehl gemahlen, Fenster verglast, Wolle gefilzt oder Seile gedreht wurden. Auch im Kreuzgang gab es zahlreiche Stände – das Angebot reichte von mittelalterlicher Apotheke über Drechsler und Schnitzerin bis hin zum Bildhauer. Ein Mittelalterverein aus Magdeburg ließ Äxte und Pfeile durch die Luft fliegen. Gut angekommen ist bei den Geschichtsinteressierten auch die sagenhafte Domführung durch den Dom und die Domfreiheit.
Die Besucher gewannen nicht nur einen interessanten Einblick in das Leben im Mittelalter, sondern konnten auch ein abwechslungsreiches Programm auf der Bühne erleben. Neben Musik von den Gruppen „Drei Liter Landwein“, „Tanzbein“ und „Tippelklimper“ erklang Gesang von den Havelberger Kinderchören „Havelspatzen“ und „Domspatzen“. Zu flotten Rhythmen tanzten die Mädchen von „Arabeske“.
Abends ließen sich die Gäste nicht lange bitten und tanzten unter der Klosterlinde. Richtig romantisch wurde es, als zu später Stunde das Johannisfeuer auf dem Domplatz entfacht wurde – ein schöner Mittelaltertag in Havelberg ging zu Ende.
Havelberger Volkstimme zum Domfest 2007
Havelberger drehen die Zeit um ein paar Jahrhunderte zurück
Musikanten, Gaukler und Edelfrauen bevölkern Domplatz
Von Anke Schleusner-Reinfeldt
„Gaukler, Spielmannsleute, Mönche, Mägde, Schmiede, Bierbrauer und Korbflechter bevölkerten am Sonnabend den Havelberger Domplatz. Hier war die Zeit für ein paar Stunden ganz weit zurückgedreht bis ins Mittelalter.
Ritterliches, Mystisches, Kulinarisches und Musikalisches bot das 7. Havelberger Domfest am Sonnabend. So gar nicht ins historische Bild passten die neumodischen Schirme, die die Besucher leider immer wieder Mal aufspannen mussten, weil auch die Regenwolken zu den "Besuchern" des Festes gehörten. Die machten den Havelbergern aber kaum etwas aus, "egal, wenn hier so was Tolles los ist, gehen wir auch hin!" ließ sich Sigrid Wiedenhöft die Laune nicht verderben. Bei jedem Domfest dabei waren bisher auch Ingrid und Günter Arndt. Das Havelberger Ehepaar, das seine Enkelin Luci mitbrachte, ist fasziniert von der wunderbaren Stimmung im Fuße des Doms. "Schön, dass hier diese Tradition bewahrt wird auch so viele junge Leute mitmachen! Man kann sich ganz in Ruhe das alte Handwerk ansehen, das so nicht in Vergessenheit gerät. Im Museum stehen alle Türen offen und man kann gemütlich an den vielen Ständen vorbeibummeln – diese tollen Atmosphäre lieben wir!"
Dass die Menschen im Mittelalter es vergnüglich mochten, bewies die Musik, die sie hörten. Die ließen "Drei Liter Landwein" erklingen. Wie man dazu tanzte, zeigten die Akteure von "Tanzbein". Die heutigen kleinen Künstler wären auch gern auf der Bühne am Dom aufgetreten, wegen des Regens allerdings mussten sie in den Paradiessaal ausweichen, wo es dann doch sehr eng wurde. Die "Havelspatzen" aus den beiden Kindergärten und die vom Domkantor Gottfried Förster angeleiteten "Domspatzen" sangen für die vielen Gäste. Und die Mädchen von "Arabeske" tanzten trotz Platzmangels und ernteten wie allen kleinen Akteure viel Applaus. Am Nachmittag war dann Plattdüütsches vom Heimatverein im Paradiessaal zu hören.
Zu den zahlreichen Ständen, die in den Kreuzgängen aufgebaut waren, gehörte die "Gewinnspielerey". Wer hier beim Losen Glück hatte, konnte Eier, Marmelade, Brot, Hufeisen, Brausepulver oder Kräuterlikör gewinnen. Sabine Ruß und Christina Friedl hatten die Tombola organisiert. Originell sahen die Lose aus, die mit dem Domsiegel verschlossen waren.
Zu dem alten Handwerk, das man sich ansehen konnte, gehörte Töpfern, Schmieden, Klöppeln, Spinnen, Filzen, Drechseln, ebenso sah man Steinmetzarbeiten oder Holzkunst.
Musikalisch klang das Domfest aus. Zunächst gab es ein Serenadenkonzert der Havelberger Chöre mit Bläsermusik im Dom, später dann ging es mit "Wein, Tanz und Gesang unter den Klosterlinde" gemütlich zu. Passend zur Stimmung wurde dann noch das Johannisfeuer auf dem Domplatz angezündet.
Nicht nur die Gäste, sondern auch die Mitwirkenden waren sich am Ende einig : Im nächsten Jahr kommen sie am 21. Juni (2008) wieder zum Domfest!“
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