Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
Spr 31,8
März 2013 – Liebe Leser,

Frank Städler – Dompfarramt – Evangelische St.-Marien-St.-Laurentius-Gemeinde in der Hansestadt Havelberg
„Papa, warum hängt der da?“, fragt ein Kind seinen Vater und zeigt auf das Kruzifix in einer Kirche, die sie gerade besichtigen. Und der Vater fängt an, von Jesus zu erzählen. Davon, dass er ein guter Mensch war, der anderen half und Menschen heilte, den aber böse Menschen aus dem Weg räumen wollten, weil er ihr Leben in Frage stellte.
„Ist er dann gestorben?“, fragt das Kind weiter. „Ja, er ist am Kreuz gestorben. Aber wir Christen glauben, dass Gott ihn nicht im Tod gelassen hat, wir glauben, dass er auferstanden ist, dass das Leben über den Tod gesiegt hat …“ An Hand von einfachen, kindlichen Fragen sehen wir, wie schnell wir zum Kern unseres Glaubens kommen können.
Dennoch ist das, was wir selbstverständlich finden, weil wir es kennen, eine Provokation. Warum ist das Kreuz in den Kirchen das Zeichen der Christen? Das Kreuz ist ein Skandal, das wusste schon Paulus, als er an die Gemeinde in Korinth schrieb: wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit (1.Kor.1.23). Viele Menschen können kein Heil im Kreuz sehen. Andere verweisen auf Menschen, die unter ihren Kreuzen zerbrechen.
Und doch ist christlicher Glaube, ist christliches Hoffen wahr. Weil einer sich auf den Kreuzweg wagte, gehen wir unseren Schmerzensweg nicht allein. Weil einer sich vor Schmerz und Gottverlassenheit nicht drückte, halten wir mehr aus, als wir denken. Weil einer uns im Tod voranging, können wir uns ins Dunkle wagen – in der Hoffnung, dass Gott auch uns herausrufen wird. Das Kreuz ist ein Skandal und vielen Menschen, die das Evangelium nicht kennen, unverständlich, ja töricht. Aber es ist auch ein Zeichen der Hoffnung: dass die Liebe stärker ist als alles Versagen, als alle Brutalität – stärker noch als der Tod. Wenn wir – wie Paulus – den Gekreuzigten predigen, dann wird das Kreuz quer stehen bleiben, gegen Gottvergessenheit, gegen Unmenschlichkeit, gegen Selbstsucht und Ökonomisierung allen Lebens. Auch deswegen ist das Kreuz in den Kirchen so wichtig und es ist wichtig, davon zu erzählen – seinen Kindern und den Glaubensfremden. Angesichts des Kreuzes kann ich mir über meine Glaubensfundamente klar werden, damit ich Auskunft geben kann. Natürlich kann ich dazu eine Karfreitagspredigt hören und eine Osterpredigt, doch noch mehr berühren wird es mich, wenn ich mich auf die Frage einlasse: was bedeutet das Kreuz für mich? Bedeutet es nur den Tod, nur das Leiden von Unschuldigen oder ruft es mich auch heraus, aktiv zu sein gegen das Leiden von Unschuldigen, für ein Leben im Licht Gottes? Paulus schreibt seinen Satz im Brief an die Gemeinde in Korinth so weiter: …denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus, als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Wir sehen das Kreuz in den Kirchen und glauben: Christus ist auferstanden. Gott hat die Macht des Todes besiegt. Das singen, beten und hören wir zum Osterfest und sind dennoch leicht irritiert von einer einfachen Frage eines Kindes oder eines Glaubensfremden. Ich denke, das soll so sein.
Es grüßt Sie herzlich, Ihr
Frank Städler
Die Evangelische Gemeinde in Havelberg plant die anstehenden Gemeindeältesten-Wahlen
Im aktuellen Gemeindebrief informiert GKR-Vorsitzende Sabine Jahnke über die im Herbst 2013 anstehende Neuwahl der sogenannten „Gemeindeältesten“, d.h. der Mitglieder des Gemeindekirchenrates (GKR).
Der GKR besteht aus den gewählten „Gemeindeältesten“, dem Pfarrer sowie ggf. vom GKR berufenen Ältesten. Ihm obliegt die Leitung der Kirchengemeinde. Der GKR nimmt die Verantwortung der Kirchengemeinde für die schriftgemäße Verkündigung des Evangeliums wahr. Er berät regelmäßig die Situation der Kirchengemeinde, plant ihre Arbeit, sorgt für deren Durchführung und achtet auf gegenseitige Information in der Kirchengemeinde. GKR-Mitglieder sollten im Leben der Kirchengemeinde stehen, Interesse an der Arbeit und den Menschen zeigen, ansprechbar sein und ihre persönlichen Begabungen und Fähigkeiten einbringen. Wer in seiner Gemeinde etwas verändern will, der muss sich engagieren! Jedes zum Abendmahl zugelassene Mitglied unserer Kirchengemeinde, das mindestens 18 Jahre alt ist, darf kandidieren.
Haben wir Sie neugierig gemacht? Wir freuen uns über Sie als Kandidaten und bitten Sie, sich bis Mitte April bei Sabine Jahnke oder Pfarrer Städler zu melden.
Chor – Es finden wieder Übungsstunden in Havelberg statt
Momentan ist die Kantorenstelle in Havelberg noch nicht wieder besetzt. Für die Leitung des Havelberger Kirchenchores, als Übergangschor aus Kantorei und Kantatenchor bestehend, wurde durch Pfarrer Frank Städler eine Chorleiterin in Berlin gefunden – Frau Semrau – die den Kirchenchor bis zur Neubesetzung leiten wird. Alle interessierten Sänger und Sängerinnen sind herzlich zu den wöchentlich stattfindenden Chorproben Freitags um 19.00 Uhr im Paradiessaal des Domes eingeladen. Zum Sonntag Kantate soll ein kleines Werk aufgeführt werden. Außerdem ist ein kleines Kinderchorprojekt, Musical o.ä. geplant, das mit allen interessierten Kindern einstudiert wird. Im Rahmen des Domfestes am 22. Juni 2013 ist eine Aufführung dieses Projektes geplant. Die Kinderchorproben finden, wenn mindestens 10 Kinder zusammen kommen, jeden Freitag 17.00 Uhr statt.
Paten gesucht – die Dombänke brauchen Ihre Hilfe!
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Herbst 2012 haben wir 6 der reparaturbedürftigsten Kirchenbänke des Havelberger Domes saniert. Durch die umsichtige Arbeit des Tischlers konnten wir sowohl die Standfestigkeit dieser Bänke wieder herstellen als auch ihr Aussehen wesentlich verbessern. Für diese Arbeit hat die Kirchengemeinde 1100,00 € bezahlt.
Jedoch sind es noch 15 Bänke, die dringend überarbeitet werden müssen. Im letzten Gespräch mit dem Tischlermeister konnte ich einen Festpreis von 150,00 € (inkl. Mwst.) pro kommender Bankreparatur verabreden.
Heute laden wir Sie ein, Bankpate zu werden.
Spenden Sie 150,00 €, bezahlen Sie die Reparatur einer Kirchenbank!
Gerne können wir auch verabreden, welche Bank Sie repariert haben wollen, das ist deshalb einfach, weil alle Bänke durchnummeriert sind. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch selbstverständlich ausgestellt.
Es bedankt sich für Ihr Interesse und Ihre Spendenbereitschaft
Ihr Frank Städler, Dompfarrer und Ihr Gemeindekirchenrat Havelberg
PS: Natürlich freuen wir uns auch über eine kleinere Spende, die wir mit anderen kleineren Summen für die Reparatur einer Dombank nutzen werden.
Unsere Bankverbindung:
Konto 308 000 31 51
Kreissparkasse Stendal BLZ 810 505 55
Stichwort: Dombänke Havelberg + (Name)
Aktueller Stand des Spendeneingangs am 01.02.2013: 770,00 €
Damit sind 4 Bänke schon gesichert, es fehlen nur noch 10 Bänke bis zum Ziel.
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Weihnachtszeit in der Kirchengemeinde
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Vom Konfirmandenunterricht
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2012 – Dorfkirche Toppel – 3. Adventssonntag
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Dezember 2012 – Liebe Leser,

Frank Städler – Dompfarramt – Evangelische St.-Marien-St.-Laurentius-Gemeinde in der Hansestadt Havelberg
im vergangenen Gemeindebrief habe ich unter dieser Rubrik ein wenig erzählt, wer ich bin, woher wir kommen und was uns bewegt. In den vergangenen 5 Monaten konnten wir nun erste Erfahrungen in Havelberg und Nitzow sammeln, Bewährtes fortsetzen und Neues beginnen. Vieles im Gemeindeleben befindet sich nach meinem Eindruck in einem Spannungsfeld zwischen NOCH NICHT und SCHON, zwischen alt und neu. Der vergangene Gemeindebrief zum Beispiel, er sollte das erste Mal an alle christlichen Haushalte verteilt werden. Das hat schon ganz gut geklappt, aber noch nicht alle haben ihn erhalten. Es haben sich auch schon einige Menschen gefunden, die freudig mithelfen, aber es sind noch nicht genug. Das Verteilen des Gemeindebriefes ist nur ein Beispiel von vielen. In den vergangenen Monaten haben wir schon einige schöne, besondere Gottesdienste gefeiert, und auch hier gibt es viele bewährte, engagierte Helfer, besonders unter den Ältesten. Aber ist das schon genug, um wirklich lebendige Gottesdienste miteinander zu feiern? Gibt es nicht viel mehr Menschen in Havelberg, die Interesse an ihrer Gemeinde, an ihrer Kirche haben, die mitmachen wollen? Die Teilnahme am Martinsfest am 09.11. hat zumindest gezeigt, dass es Feste gibt, die Menschen aus allen Kreisen der Bevölkerung ansprechen.
Weihnachten ist das nächste dieser Feste.
Doch man muss gar nicht bei den Beispielen aus der Gemeinde bleiben, wenn man an die Spannung zwischen SCHON und NOCH NICHT denkt. Man kann auf den eigenen Glauben schauen, auf die gerade begonnene Adventszeit und entdeckt, dass man auch hier immer wieder in diesem Spannungsfeld steht. Man ist in Gedanken schon beim Fest, bei all den Dingen, die es vorzubereiten gilt: Wünsche und Geschenke, Essen und Trinken, Besuche und Fahrten…, aber man hat sich noch gar nicht die Zeit genommen, zu überlegen, was man erwartet, ob man etwas erwartet. Das Bild will uns in das Weihnachtsgeschehen hineinnehmen, in das Licht, das uns hier entgegenleuchtet. „Die drei Könige an der Krippe“ hat es die Schweizer Künstlerin Maya Armbruster genannt. Doch eine Krippe ist genauso wenig zu sehen, wie die Heilige Familie. Eher fühlt man sich an einen Sonnenaufgang erinnert. Eine helle Kraft geht vom Zentrum aus, die zum Bildrand hin alles Gegenständliche überstrahlt. Die Konturen beginnen, sich im gelben Licht aufzulösen. Übrig bleiben allein die drei Könige. Ich glaube, das Bild zeigt seine Wahrheit erst auf den 2. Blick. Das Licht strahlt uns an. Es erleuchtet uns, als wolle es uns mit in das Geschehen der Weihnacht hineinnehmen. Und das Dunkel bleibt hinter uns.
Wie wäre es, wenn es so ist: dass ich in der Adventszeit Zeit finde, mich auf das Kommen des Lichtes vorzubereiten, auf das Kommen des Heilandes: Komm o, mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ich weiß, es gibt all die Dinge zu tun. Aber dann ist die Zeit schon um, bevor ich dazu komme, sie adventlich, besinnlich, vorbereitend zu genießen. Also, welche Möglichkeit habe ich? Mich hinsetzen und dieses Bild anschauen? Oder ein anderes Bild, das von Weihnachten erzählt, und dann mit Gott Zwiesprache halten und mein Leben vor ihm ausbreiten? Mein Leben zwischen SCHON und NOCH NICHT: ich bin schon oft getröstet worden; doch ist mein Glaube noch nicht fest genug… Der eine schaut sich tatsächlich ein Bild an und kommt zur Ruhe, zu sich, zu Gott. Ein anderer hört Musik, der nächste wieder liest. Schauen, hören und sehen Sie –liebe Leser- über den Alltag hinaus auf Gott, denn dazu lädt uns die vorbereitende Adventszeit ein, dass dann, wenn das Kommen Christi gefeiert wird, unser Herzens Tür IHM offen steht.
In diesem Sinne grüßt Sie herzlich, Ihr
Frank Städler
